Wir sind auf einem guten Weg zu einer abgestimmten und effizienten Förderung des Plattdeutschen. So das Resümee von Reinhard Goltz (Bremen), dem Sprecher des Bundesraat för Nedderdüütsch, nach der ersten Sitzung des Beratenden Ausschusses „Niederdeutsch“ beim Bundesministerium des Innern. Gerade an Kooperationen über die Ländergrenzen hinweg hat es bisher gemangelt. Diese Abschottungen haben ihre Ursache vorallem in der Kulturhoheit der Länder.
Beim Beratenden Ausschuss für Fragen der niederdeutschen Sprachgruppe, der am 10. November in Hamburg zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentrat, ist die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen zentraler Orientierungspunkt für den sprachenpolitischen Kurs im Bereich des Plattdeutschen.
Beeindruckend war der offene und konstruktive Verlauf der Sitzung“, betont Saskia Luther (Magdeburg), Mitglied im Bundesraat för Nedderdüütsch, der mit vier Sitzen in dem Gremium die Interessen der Plattsprecher vertritt. Mit am Tisch saßen Vertreter der fünf Bundestagsfraktionen sowie der Bundesländer, die sich zur Pflege und Förderung der Regionalsprache verpflichtet haben. Staatssekretär Christoph Bergner sagte als Vorsitzender des Ausschusses seine Unterstützung für eine Umfrage zur Verbreitung des Plattdeutschen zu, die möglichst schon 2007 durchgeführt werden soll. Obwohl Platt von einigen Millionen Menschen gesprochen wird, gilt die Sprache als bedroht. Und das, weil wenigerDer Beratende Ausschuss, der einmal im Jahr tagen soll, wird unter Federführung des Bundesinnenministeriums eine Mittlerrolle zwischen den Ländern übernehmen. Überdies fordern die Vertreter der niederdeutschen Sprachgruppe, der Bund möge sich künftig auch finanziell an Sprachfördermaßnahmen beteiligen.
In einer anschließenden Rede anlässlich der Eröffnung der 9. Plattdeutschen Buchmesse in Hamburg betonte Bergner, dass für ihn sprachlich-kulturelle Vielfalt ein hohes Gut darstelle, das es zu bewahren gelte.
Mit dem Beratenden Ausschuss wurde ein Forum geschaffen, das den Dialog zwischen allen beteiligten Gruppen erleichtern wird. Mit diesem neuen politischen Gremium verbindet sich die Hoffnung, dass bei der Plattdeutsch-Förderung künftig deutliche Fortschritte zu verzeichnen sein werden.