Bundesraat för Nedderdüütsch 

 

 

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Bundesrat für Niederdeutsch - neu konstituiert

12.07.2006

Politische Vertretung der Plattdeutschen neu besetzt

Am 12. Juli hat sich in Bremen der Bundesrat für Niederdeutsch neu konstituiert. Zur Eröffnung der zweiten Amtsperiode waren Delegierte aus sieben norddeutschen Bundesländern ins Institut für niederdeutsche Sprache gekommen. Als neue Mitglieder des 14-köpfigen Gremiums konnten Norbert Bosse (Mecklenburg-Vorpommern), Hartmut Cyriacks (Hamburg), Norbert Radzanowski (Schleswig-Holstein) und Heinrich Siefer (Niedersachsen) begrüßt werden.
Zu seinem Sprecher wählte der Bundesrat Dr. Reinhard Goltz (Bremen), Stellvertreterin ist Cornelia Nath (Aurich). Als weitere Abgeordnete des Beratenden Ausschusses „Niederdeutsch“ beim Bundesministerium des Innern wurden Uwe Hansen (Hamburg) und Dr. Saskia Luther (Sachsen-Anhalt) bestimmt.
Der Bundesrat für Niederdeutsch vertritt die Interessen der Plattsprecher auf der politischen Bühne. „Deutschland hat sich mit Unterzeichnung der europäischen Sprachen-Charta zur plattdeutschen Kultur bekannt. Wenn die öffentlichen Kassen leer sind, darf das nicht zur Folge haben, dass der Staat seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommt“, betont Marianne Ehlers aus Schleswig-Holstein. Sein Hauptaugenmerk wird der Bundesrat auch in Zukunft auf die Bildung legen. „Wir leben in einer Zeit, in der sich der Staat immer mehr aus der direkten Verantwortung für Schulen und Hochschulen zurückzieht“, führt Ehlers weiter aus. „Wir müssen sehr darauf achten, dass die Regionalsprache nicht wieder aus dem Bildungskanon herausgedrängt wird.“
Der Bundesrat bestätigte auf seiner Sitzung auch den Gaststatus, den er den Sprechern des Plautdietschen einräumt. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von rund 200.000 Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion, die heute noch ein Platt sprechen, das ursprünglich an der Weichselmündung zu Hause war.

Reinhard Goltz (Sprecher des Bundesrates für Niederdeutsch)

Juli 2006

 

Letzte Änderung: 8.7.2011 - Dr. Reinhard Goltz