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Nordrhein-Westfalen

Westfälischer Heimatbund e. V.

Bereits 1908 kam es in der preußischen Provinz Westfalen zur Gründung einer Dachorganisation der Heimatbewegung, und zwar der „Kommission für Heimatschutz“ im Westfälischen Provinzialverein für Wissenschaft und Kunst. 1908 verselbständigte sich diese Vereinigung als „Westfälische Kommission für Heimatschutz“. Auf die Anregung des Lehrers Karl Wagenfeld hin erweiterte die Kommission ihre Zielsetzung von den Schutzbestrebungen für Natur- und Baudenkmäler auf die Zeugnisse der Volkskultur überhaupt. 1915 erfolgte die Gründung des Westfälischen Heimatbundes. Der Arbeitsbereich erstreckte sich auf die ganze Provinz Westfalen und sicherte die staatliche Förderungswürdigkeit. 1933 wurde der Heimatbund zwangsweise in den nationalsozialistischen „Reichsbund Volkstum und Heimat“ eingegliedert. Obwohl es gelang, den Deutschen Bund Heimatschutz und damit auch den Westfälischen Heimatbund aus dem „Reichsbund“ herauszulösen, verstärkte sich der nationalsozialistische Führungsanspruch immer mehr.

Der Westfälische Heimatbund stellt sich die Aufgabe, Natur und Landschaft, Kultur und Denkmäler, Bräuche und Sprache und alles, was Heimat verkörpert, zu erforschen und zu bewahren. Sein Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf den Landesteil Westfalen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. In den Menschen, „die in diesem Raum leben oder sich ihm zugehörig fühlen, will er das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit wecken und vertiefen“. Dazu tragen mehr als 520 Heimatvereine in ganz Westfalen und über 650 Orts- und Stadtheimatpfleger und -pflegerinnen bei. Der Heimatbund vertritt annähernd 100.000 heimatverbundene Menschen in seinem Wirkungsbereich.

Neben den Schutzaufgaben auf den Gebieten von Natur und Denkmalen, Landschaft, Kultur und Bräuchen berät er kommunale und staatliche Einrichtungen, Heimatvereine und private Interessenten. Er veranstaltet Seminare und Tagungen und versucht, insbesondere die Jugend für seine Anliegen zu gewinnen. Seit 1997 ist der Heimatbund wegen seiner erfolgreichen Jugendarbeit als Träger der freien Jugendarbeit anerkannt. Die Zeitschrift „Heimatpflege in Westfalen“ mit sechs Ausgaben im Jahr liefert regelmäßig Informationen aus ganz Westfalen. In den Reihen „Westfälische Kunststätten“ und „Technische Kulturdenkmale in Westfalen“ erscheinen jährlich zwei bis vier Hefte.



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Letzte Änderung: 8.7.2011 - Dr. Reinhard Goltz